Qualfleisch in Supermärkten

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Am heutigen Samstag, 25. Januar 2020, haben wir in Konstanz ab 11 Uhr vor dem Edeka Baur in der Bodanstraße 20-24 über das Fleischangebot in Supermärkten und Discountern informiert - und vor allem auch darüber, was sich hinter den Zahlen 1 bis 4 der Haltungsformen verbirgt. Dies war Teil eines bundesweiten Aktionstags, der zugleich der Auftakt zu einer öffentlichen Sortimentsrecherche ist: In den kommenden Wochen werden Greenpeace-Ehrenamtliche das Sortiment der Supermärkte und Discounter verstärkt unter die Lupe nehmen.
 
Fakt ist: Rund 88 Prozent des Frischfleischs der großen Supermärkte stammen von Tieren, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden – im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace nach Auswertung einer schriftlichen Abfrage bei Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny, Rewe und Real (Report "Supermarkt-Check: Regale voller Billigfleisch). Aus den Angaben zur Umsetzung der freiwilligen Fleischkennzeichnung (Haltungsform 1-4), zum Sortiment und zur künftigen Einkaufspolitik hat Greenpeace ein Ranking erstellt. Ausnahmslos alle Supermärkte schneiden dabei schlecht ab. Mit lediglich 179 von insgesamt 1.000 möglichen Punkten führt Kaufland das Feld an. Edeka, Netto und Real sind die Schlusslichter. Real hat die freiwillige Kennzeichnung gar nicht eingeführt und keine weiteren Aussagen gemacht.
 

Der Handel hatte im April 2019 eine vierstufige Kennzeichnung für die Frischfleischprodukte der Eigenmarken eingeführt. Dabei entspricht Haltungsform 1 (Stall) dem gesetzlichen Mindeststandard, Haltungsform 4 (Premium) ist  unter anderem mit Bio vergleichbar. Laut Abfrage setzen die Supermärkte (außer Real) die Kennzeichnung weitestgehend um. Kennzeichnungslücken gibt es jedoch an den Frischetheken. Lediglich bei Kaufland wird an der Theke vollständig gekennzeichnet. Auch verarbeitetes Fleisch wie Wurst-, Convenience- und Tiefkühlprodukte sowie Frischfleisch der Fremdmarken werden kaum oder gar nicht gekennzeichnet. Nur eine verpflichtende Kennzeichnung würde eine bewusste Kaufentscheidung im Supermarkt ermöglichen. Das versucht aber Landwirtschaftsministerin Klöckner bislang zu verhindern. Vage blieben die Supermärkte zudem bei der Frage nach einer Umstellung auf besseres Fleisch. Bei Schwein und Rind will Lidl bis 2022 bzw. 2025 auf die schlechteste Haltungsform 1 verzichten. Aldi Nord, Aldi Süd, Rewe und Penny planen dies ebenfalls, allerdings ohne Zeitangabe.

Es ist erschreckend, wie viel Tierleid immer noch im Sortiment der Supermärkte steckt. Dabei schadet Billigfleisch der Umwelt, dem Klima und der Gesundheit der Menschen. Deshalb fordern wir, dass der Handel Fleisch aus klimaschädlicher und tierschutzwidriger Produktion aus den Regalen nehmen muss! Hinzu kommt: Wenn die bäuerlichen Betriebe in eine bessere Tierhaltung investieren sollen, dann brauchen sie faire Preise und langfristige Verträge.