Klimaschutz: Stop Kohle!

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Am Samstag, 24. Juni, hat sich deutschlandweit ein breites Bündnis für die Aktion STOP KOHLE und damit für den Klimaschutz stark gemacht: Auch in Konstanz gingen Bürgerinnen und Bürger auf die Straßen, um für einen schnellen Kohleausstieg zu demonstrieren. Koordiniert und unterstützt wurden sie dabei von der Bürgerbewegung Campact e .V. Wir von Greenpeace waren natürlich dabei. Treffpunkt war um 15 Uhr am Münsterplatz. Dort färbten sich die Demonstranten die Hände schwarz und machten sich dann auf den Weg zur Marktstätte, wo eine Kundgebung abgehalten wurde.

Der Anlass: 2018 ist es so weit - die Bundesregierung entscheidet, wie lange Deutschland noch am Klimakiller Kohle festhält. Noch dieses Jahr soll eine #Kohlekommission einen Ausstiegsplan erarbeiten. Das Ende der schmutzigen Kohle ist damit in greifbarer Nähe. Auch international könnte der Klimaschutz wieder Fahrt aufnehmen. Der Haken: Die Kohle-Lobby sitzt mit am Kommissionstisch. Sie könnte den Ausstieg ewig hinauszuzögern – eine Bankrotterklärung für unser Klima. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder Einzelne engagiert. Denn wenn bundesweit Tausende Menschen für ein schnelles Kohle-Aus auf die Straße gehen, können die Kohle-Freunde nicht einfach weiter auf die Bremse treten. Und für die Klimaschützer in den Verhandlungen ist der öffentliche Rückhalt entscheidend, um einen zügigen Ausstieg durchzusetzen.

Deutschland hat den Interessen der Energiepolitik viel zu lange nachgegeben und damit den notwendigen Ausstieg aus der Kohleenergie verschlafen. Die vereinbarten Klimaziele sind kaum einzuhalten. Die Kohlekommission soll nun klären, wie bis zum Jahr 2020 so viel Kohlenstoffdioxid eingespart werden kann, dass unser Land innerhalb der Leitplanken des Pariser Klimaabkommens bleibt. Ursprünglich war von der Bundesregierung eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von 40 Prozent im Vergleich zu 1990 geplant. Ohne weitreichende Maßnahmen läuft es aber eher auf 32 Prozent hinaus. “Weitreichende Maßnahmen“ bedeutet: Die deutschen Kohlekraftwerke müssen vom Netz. Wie das machbar ist, unter Berücksichtigung aller sozialen und wirtschaftlichen Wägbarkeiten, erarbeitet in den kommenden Monaten die Kohlekommission. Ob es machbar ist, steht außer Frage: Eine Analyse des Beratungsinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass rund ein Drittel der deutschen Kohlekraftwerke mit insgesamt 17 Gigawatt Kapazität innerhalb von drei Jahren vom Netz gehen könnten. Die Versorgungssicherheit bliebe gewährleistet, der deutsche CO2-Ausstoß aber würde bis 2020 um 88 Millionen Tonnen sinken (die Studie online: http://gpurl.de/Y661i)

So kann unser Land seinen Beitrag dazu leisten, die fortschreitende Erderhitzung unter den kritischen 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu belassen. Eine der dringlichsten Aufgaben der Kommission wird deshalb sein, endlich einen verbindlichen – und vernünftigen – Termin für den Kohleausstieg festzulegen. Die Kohlekommission gibt den betroffenen Menschen und Investoren nur dann die nötige Planungssicherheit, wenn sie ein Enddatum festlegt, mit dem Deutschland seine Klimaziele nachweislich erreicht.

Unterstützen Sie uns: In Deutschland führt kein Weg an einem Kohleausstieg und einer Verkehrswende vorbei. Fordern Sie daher von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen verbindlichen Fahrplan und ein Gesetz für den vollständigen und sozialverträglichen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis spätestens 2030 und das Ende des Verbrennungsmotors bis 2035!