Greenpeace gegen Shell

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Greenpeace-Aktivisten haben heute, 17. Juni 2015, in mehr als 30 deutschen Städten vor Shell-Tankstellen mit Handbannern für den Schutz der Arktis protestiert. Greenpeace Bodensee ist natürlich dabei gewesen, und zwar an der Shell-Tankstelle in Espasingen, Gemeinde Stockach.

Der Grund für die Aktionen: Nachdem der US-Präsident dem niederländischen Ölkonzern Shell die Ölsuche in der Arktis genehmigt hat, sendet der jetzt seine Schiffsflotte mitsamt der Bohrplattform "Polar Pioneer" in Richtung Alaska. Die Erderwärmung lässt dort das ewige Eis schmelzen - Ölkonzerne nutzen dies, um die Arktis auszubeuten. Dass Barack Obama dies kurz nach dem G7-Gipfel in Elmau erlaubt hat, ist besonders bitter. Denn dort einigten sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen auf das Ende des fossilen Energiezeitalters: "Dekarbonisierung" hieß es vollmundig. Wenn wir aber das Zwei-Grad-Ziel tatsächlich erreichen wollen, muss das arktische Öl im Boden bleiben!

Hinzu kommt: Das Gebiet, in dem Shell nun zum zweiten Mal nach Öl bohren will, ist eine der letzten unberührten Regionen der Erde - und sollte es auch bleiben. Shell nahm dort schon 2012 Probebohrungen vor, musste das Projekt jedoch aufgrund von mehreren schweren Pannen abbrechen. Das Bohrschiff “Noble Discoverer”, das der Konzern damals vor der Küste Alaskas einsetzte, ist auch dieses Mal wieder mit dabei. 2012 stellte man gravierende Mängel an seinen Sicherheits- und Schadstoffsystemen fest - und auch jetzt sind wieder technische Probleme aufgetreten. Dass dieses Schiff nach all den Pannen erneut eingesetzt wird, macht deutlich, wie verantwortungslos Shell sich in der Arktis verhält.

Sollte Shell in der Tschuktschensee Öl finden und mit der Förderung beginnen, schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle während des geplanten Förderzeitraums von 51 Jahren auf 75 Prozent! Noch immer sind an der Küste Alaskas die Ölreste des letzten schweren Unfalls der "Exxon Valdez" vor 26 Jahren nachweisbar. Das zeigt, dass die Arktis zu den ökologisch sensibelsten Regionen auf unserem Planeten gehört. Deshalb fordert Greenpeace von Shell, die Ölpläne in der Arktis aufzugeben.

Schicken Sie hier eine Protestmail an den Geschäftsführer von Shell Deutschland und fordern Sie ihn auf, die Arktispläne sofort auf Eis zu legen!