Globaler Aktionstag gegen TTIP

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Es gab schon viele Proteste gegen TTIP, aber noch nie waren sie so zahlreich wie am Samstag, 18. April 2015: Weltweit gingen Hunderttausende Bürger auf die Straße. 45 Länder beteiligten sich an diesem globalen Aktionstag gegen TTIP, allein in Deutschland war Greenpeace mit Aktionen in 51 Städten vertreten. In Konstanz waren wir als Teil des "Konstanzer Bündnis gegen TTIP" den ganzen Tag auf dem Obermarkt präsent mit einem Infostand. Außerdem starteten wir um 10 Uhr mit einem 7 Meter breiten Banner auf der Alten Rheinbrücke, um Position zu beziehen: "Demokratie statt TTIP!", so lautete unsere eindeutige Botschaft. Mit diesem Banner bewegten wir uns danach durch die Altstadt und zogen so neugierige Blicke auf uns. Aufmerksamkeit fanden auch 4 Flashmobs, die über den Tag verteilt stattfanden: Auf ein Zeichen hin rissen die Teilnehmer sich die Jacken auf, und ein Schild kam zum Vorschein - "Stop TTIP!" stand darauf. An unserem Infostand klärten wir schließlich viele Interessierte darüber auf, was sich hinter der Abkürzung TTIP verbirgt, und wir konnten jede Menge Unterschriften sammeln gegen dieses geplante Freihandels- und Investitionsabkommen zwischen der EU und den USA.

Inzwischen unterstützen mehr als 400 Organisationen in der Europäischen Union die selbst organisierte Europäische Bürgerinitiative „STOP TTIP“. Knapp 1,7 Mio. Europäer haben bereits dafür unterzeichnet. Diesen Protest gegen die Handelspolitik können die Verhandlungsführer nicht mehr ignorieren, wenn in New York am 20. April 2015 die neunte TTIP-Verhandlungsrunde beginnt.

Das geplante Freihandelsabkommen birgt zahllose Risiken für Mensch und Umwelt: Sollte TTIP beschlossen werden, stehen wichtige ökologische, soziale und kulturelle Standards auf dem Spiel. In der EU gelten beispielsweise hohe Schutzstandards für Verbraucher - ob bei der Gentechnik in der Landwirtschaft, beim Einsatz von Pestiziden oder anderen Chemikalien. Diesen Standards stehen die Lobby-Interessen der Wirtschaft in den USA und in der EU entgegen. Der US-amerikanische Lobbyverband der Nahrungsmittelindustrie, CropLife America, will laut eigener Aussage die Schutzstandards und das ihnen zugrunde liegende Vorsorgeprinzip im Rahmen der TTIP-Verhandlungen abbauen. Diese Verhandlungen finden also aus gutem Grund hinter verschlossenen Türen statt - Demokratie und Transparenz sehen anders aus!

Während TTIP noch verhandelt wird, ist CETA - das Abkommen zwischen der EU und Kanada - bereits ausgehandelt, aber noch nicht von den Instanzen der EU und den nationalen Parlamenten angenommen worden. Ob TTIP, CETA oder andere Abkommen, das Schema ist immer gleich: Die EU droht, dass Europa ohne diese Abkommen dem wirtschaftlichen Untergang geweiht sei. Immer mehr Menschen erkennen jedoch, was die Freihandelsabkommen tatsächlich bedeuten: Konzerne profitieren, Mensch und Umwelt verlieren!

Mitmachen:

Helfen auch Sie mit, TTIP und CETA zu stoppen! Unterzeichnen Sie hier gegen die Freihandelsabkommen.

 

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