Gemeinsam gegen Plastikmüll

Media

Heute Morgen, 19. März 2016, sammelten und präsentierten Greenpeace-Ehrenamtliche in ganz Deutschland Plastikmüll – gefunden an Ufern von Seen und Flüssen. Gemeinsam mit Konstanzer Bürgern haben wir uns beteiligt und das Seeufer zwischen Yachthafen und Schmugglerbucht vom Müll befreit. Denn auch am Bodensee häufen sich die Hinterlassenschaften gedankenloser Passanten und Touristen: Verpackungsmüll, der die Landschaft verdreckt und zum Teil bis ins Meer gespült wird.

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jedes Jahr weltweit alleine vom Land aus ins Meer. Dort verrottet es nicht, sondern belastet für mehrere hundert, wenn nicht tausend Jahre die Ökosysteme. Selbst an entlegensten Orten wie in Tiefseegräben oder der Arktis ist mittlerweile Plastikmüll zu finden. Ein Großteil stammt aus Asien, doch Deutschland kann sich ebenso wenig aus der Verantwortung ziehen. Denn die Deutschen verbrauchen mit Abstand das meiste Plastik in der Europäischen Union – ein Viertel der Gesamtmenge dort. Nach offiziellen Angaben landet lediglich ein Prozent auf Deponien, mehr als die Hälfte wird verbrannt, der Rest wird recycelt. Wer die Zahlen durchrechnet, kommt auf eine verdächtige Differenz zwischen Plastikmüll und Plastikverbrauch: rund vier Millionen Tonnen, die in keiner Bilanz auftauchen. Wo landet dieses Plastik, wenn es nicht verbrannt oder recycelt wird? 

Sicherlich auch in der Umwelt, wo es zum Problem wird - vor allem im Meer. Der Wellengang und die UV-Strahlung zerkleinern den schwimmenden Plastikmüll in mikroskopisch kleine Teilchen,sogenanntes Mikroplastik. Diese Partikel dienen Umweltschadstoffen als Andockstation: Sie lagern sich in teils hohen Konzentrationen an den Plastikkrümeln an und gelangen so in die Mägen von Meeresbewohnern. Forscher haben längst Mikroplastik in Plankton, Muscheln und Garnelen nachgewiesen – auch in Nordseefischen wie Makrele, Hering oder Flunder. So landet der Müll, den wir ins Meer kippen, letztlich unter Umständen wieder auf unseren Tellern.

Viel Plastik lässt sich problemlos aus unserem Alltag verbannen: Etwa in Kosmetika verwendetes Mikroplastik, das zu klein ist, um aus den Abwässern herausgefiltert zu werden. Aber auch typisches Wegwerfplastik wie Einwegflaschen, To-Go-Kaffeebecher, Verpackungen oder Einwegtüten muss nicht sein. Jeder Deutsche verbraucht beispielsweise pro Jahr 76 Plastiktüten, nicht eingerechnet die dünnen Obst- und Gemüsebeutel.

Viel zu viele, hier ist vor allem der Gesetzgeber in der Pflicht: Freiwillige Selbstverpflichtungen von Industrie und Handel reichen langfristig nicht. Irland hat einen simplen Weg gefunden, den Tütenverbrauch um erstaunliche 98 Prozent  zu senken: Die Geschäfte verlangen 44 Cent Abgabegebühr. Noch besser wäre es allerdings, der Plastikmüll würde gar nicht erst produziert werden.

Setzen Sie sich gemeinsam mit uns für den Schutz der Meere ein: www.greenpeace.de/wellemachen