Bienenkiller in Baumärkten

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Am Samstag, 22. Juni 2013, protestierten Greenpeace-Aktivisten in 50 deutschen Städten bei den drei großen Baumarktketten Obi, Praktiker und toom gegen den Verkauf von Insektenvernichtungsmitteln. Denn die sind für Bienen lebensgefährlich. In Konstanz bauten wir deshalb vor dem Praktiker und dem Obi einen "Tatort" um tote Bienen auf: Wir sprühten Bilder lebloser Bienen auf den Asphalt und markierten den Tatort mit Kreide. "Pestizide töten Bienen!" ist daneben zu lesen. 

Viele der Pestizide zur Bekämpfung von Insekten und Beikräutern sind eindeutig als gefährlich für Bienen eingestuft, zum Beispiel die Mittel "Lizetan" von Bayer oder "Axoris" von Compo. Bienen verlieren durch Pestizide ihren Orientierungssinn und ihr Gedächtnis, sie suchen somit vergeblich nach Nahrung und finden nicht zurück in ihren Stock. Das kann zum Kollaps ganzer Bienenvölker führen. Dabei gibt es natürliche Alternativen zu Pestiziden: Läuse etwa können mit Brennesseljauche behandelt werden, Schnecken mögen keinen Lavendel.

Vor dem Hintergrund des weltweiten Bienensterbens ist ein sofortiger Verkaufsstopp dieser Insektenvernichtungsmittel dringend erforderlich. In den letzten Jahren starben allein in Deutschland pro Jahr etwa ein Drittel der Bienenvölker. Etwa 30 Prozent unserer Nahrungsmittel hängen von der Bestäubung ab. Der starke Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft ist neben Faktoren wie Klimawandel, Parasiten und Krankheiten ein wichtiger Grund für das Bienensterben – und er ist am leichtesten zu beheben.

Greenpeace identifiziert in einem kürzlich veröffentlichten Bienen-Report sieben für Bienen gefährliche Pestizide, die sofort verboten werden müssen. Drei der Wirkstoffe – Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta – hat die EU ab dem 1. Dezember 2013 verboten. Im Ausland verzichten viele Gartencenter und Baumärkte, zum Beispiel Migros in der Schweiz und Bellaflora in Österreich, auf den Verkauf einiger oder sogar aller Produkte, die für Bienen gefährlich sind. Obi, Praktiker und toom müssen jetzt nachziehen!

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