30. Jahrestag von Tschernobyl

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Anlässlich des 30. Jahrestages der Nuklearkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl hat Greenpeace Friedrichshafen am heutigen Samstag, 23. April, einen Schweigemarsch in Überlingen organisiert. Aus der Gruppe Greenpeace Bodensee haben natürlich auch Ehrenamtliche teilgenommen. Viele Überlinger Bürger haben sich angeschlossen, am Ende waren wir zwischen 60 und 70 Demonstranten, trotz des schlechten Wetters. Auch die Überlinger Gemeinderätin Irene Alpes von den Grünen zeigte im wahrsten Sinne des Wortes Flagge und marschierte mit. Wir zogen  mit unseren Transparenten vom Landungsplatz über die Promenade zum Mantelhafen und über die Münsterstraße vorbei am Wochenmarkt, dann durch die Kronenstraße und wieder zurück zum Landungsplatz. Unsere Forderung: Atomkraftwerke müssen sofort abgeschaltet werden!

Tschernoby ist das Sinnbild des atomaren GAUs: Mehr als 200.000 Menschen sind an den Folgen des Unglücks vom 26. April 1986 gestorben. Wie viele ihre Heimat verloren haben, ist nicht bekannt. 40 % der Fläche Deutschlands wurden damals verstrahlt. 30 Jahre später ist immer noch radioaktiver Stoff vorhanden, auch in Deutschland. 2011 kam es im japanischen Fukushima zum nächsten GAU - Atomkraft ist eine tödliche Gefahr für uns alle. Und niemand weiß, wohin mit dem Atommüll: Der Standort für ein atomares Endlager ist noch nicht gefunden, während in Asse die ersten undichten Fässer schon wieder ausgegraben werden müssen.

Die Bundesregierung hält trotz erhöhter Gefahr durch Terroranschläge und technischer Anfälligkeiten am Atomausstieg bis 2022 fest. Zudem setzt sich Deutschland nicht genug für einen europäischen Atomausstieg ein. Wir fordern die Bundesregierung auf, in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz mehr Druck für ein schnelles Abschalten der Reaktoren zu machen. Es ist ein Skandal, dass Schrottmeiler wie Fessenheim, Tihange und Doel immer noch Millionen Menschen auf beiden Seiten der Grenzen bedrohen.