Riesenfisch gegen Plastikflut

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Unter dem Motto „Welle machen für Meere ohne Plastikmüll“ haben wir am heutigen Samstag, 6. August, vor dem SEA LIFE Konstanz einen 25 x 12 Meter großen Fisch aus 800 Plastiktüten ausgerollt und auf dem Platz ausgelegt. Damit machten wir auf die Verschmutzung von Flüssen, Seen und Meeren durch Plastikmüll aufmerksam, der vielen Meerestieren zum Verhängnis wird. Die 800 Plastiktüten unseres Fischs entsprechen dem durchschnittlichen 10-Jahres-Verbrauch eines Deutschen. Eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zur Reduktion reicht da nicht aus, wir brauchen endlich ein Plastiktüten-Verbot – und eine Ausweitung der Meeresschutzgebiete!

Nur 2 Prozent der Weltmeere stehen derzeit unter Schutz, das wollen wir ändern. Unterstützt von SEA LIFE, informierten wir deshalb Passanten und Besucher des Großaquariums und sammelten Unterschriften für mehr Meeresschutz. Denn schon heute treiben gewaltige Müllstrudel in den Ozeanen: Bis zu 13 Millionen Tonnen Kunststoff gelangen jährlich von Land aus in die Meere, Schätzungen zufolge haben sich dort schon etwa 150 Millionen Tonnen angesammelt. Dieser Plastikmüll kann für Seevögel, Fische, Schildkröten und Wale tödlich sein – sie verheddern sich darin oder verwechseln ihn mit Nahrung. Weil sie den Kunststoff nicht verdauen können, verhungern die Tiere im schlimmsten Fall mit vollem Magen.

Eine Plastiktüte wird im Schnitt nur 25 Minuten genutzt, braucht aber 100 bis 500 Jahre, bis sie zerfällt. Und obwohl in Deutschland fast der gesamte Plastikmüll eingeschmolzen oder verbrannt wird, gelangt immer noch eine große Menge über die Flüsse und Seen ins Meer. Zahlreiche Menschen zeigten am Samstag mit ihrer Unterschrift, dass sie von der Politik mehr für den Schutz der Ozeane erwarten. Ein Verbot von Plastiktüten jeder Art muss ein erster Schritt sein. Darüber hinaus braucht Deutschland generell ein Konzept zur Reduktion von Plastikmüll. Denn je nach Kunststoffart kann es Jahrhunderte dauern, bis sich unser Plastikmüll zersetzt. Dadurch verkleinert sich aber nicht das Problem, sondern nur der Müll: Der Kunststoff zerfällt in winzige Stücke und belastet als sogenanntes Mikroplastik weiterhin die Umwelt. Die mikroskopisch kleinen Plastikpartikel werden oft von Meerestieren verschluckt und landen so in der Nahrungskette. Mikroplastik in Kosmetik, etwa als Peelingmittel in Duschgels, verschärft die Situation – mit nicht absehbaren Folgen für die Ökosysteme!

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