Ökomarkt in Engen

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Am Sonntag, den 24. September, stand die Engener Altstadt im Zeichen des jährlichen Ökomarkts: Rund 70 Teilnehmer aus dem Natur- und Umweltschutz hatten ihre Stände aufgebaut. Aber auch ökologische Initiativen und Firmen waren vertreten und informierten zu Themen wie Solarenergie, Wasseraufbereitung oder umweltschonendes Heizen. Der Ökomarkt in Engen hat sich als regionales Umweltforum im Bodensee-Hegau-Raum etabliert und ist bei Teilnehmern und Besuchern gleichermaßen beliebt. Wir waren mit einem Infostand vor Ort zum Thema Pestizide und ihre Auswirkungen auf die Bienen. Kinder und Erwachsene konnten ein Bienenquiz lösen und dabei Preise gewinnen.

In den letzten Jahren starben allein in Deutschland pro Jahr etwa ein Drittel der Bienenvölker. Etwa 30 Prozent unserer Nahrungsmittel hängen von der Bestäubung ab. Der starke Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft ist neben Faktoren wie Klimawandel, Parasiten und Krankheiten ein wichtiger Grund für das Bienensterben – und er ist am leichtesten zu beheben. Auch Gartenbesitzer können den Bienen helfen, indem sie bienenfreundliche Gärten anlegen und auf bienengefährliche Insektenvernichtungsmittel verzichten.
 

Außerdem informierten wir auf dem Ökomarkt über Mikroplastik in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten. Es dient als Schleifmittel oder verbessert Glanz und Konsistenz. Häufig sind die Plastikpartikel zu klein, um von Kläranlagen aus dem Wasser herausgefiltert zu werden. Schon einmal duschen kann bis zu 100.000 Plastikteilchen ins Abwassersystem spülen. Über den Abfluss gelangt das Plastik also ins Meer und wird dort zum Problem, zumal die winzigen Teilchen wie ein Schwamm Giftstoffe aufsaugen. Können die  Kunden einen Wandel bei den Herstellern erzwingen, indem sie ausschließlich plastikfreie Produkte kaufen? Das ist schwierig: In Peelingprodukten etwa lässt sich Plastik in Form kleiner Kügelchen gut erkennen, häufig ist es jedoch versteckt und nur durch genaues Studium der Inhaltsstoffe auf der Packung zu entdecken. Und selbst dann muss man wissen, welche Art von Chemie sich hinter Begriffen wie Acrylates/C10-30, Alkyl Acrylate Crosspolymer oder PEG/PPG-17/18-Dimethicone verbirgt.

Einmal ins Meer gelangt, lassen sich diese Kunststoffe praktisch nicht wieder entfernen. Fische fressen die mit Umweltgiften belasteten Partikel, so gelangt der Kunststoff in die Nahrungskette. Ein Greenpeace-Report aus dem vergangenen Jahr belegt, dass Speisefische und Meeresfrüchte schon zu einem erheblichen Teil belastet sind. In der Nord- und Ostsee zum Beispiel weisen fast sechs Prozent der untersuchten Fische Plastikrückstände auf. Einem kompletten Verzicht auf Kunststoffe in ihren Produkten weicht die konventionelle Kosmetikindustrie jedoch aus.

Zertifizierte Naturkosmetik ist übrigens garantiert frei von Kunststoff! Erkennbar ist sie an Siegeln wie BDIH, Ecocert und Natrue, die allesamt für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur stehen.