Mammut muss entgiften

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Am heutigen Samstag, 30. Januar, haben wir in Konstanz für giftfreie Outdoorprodukte der Marke Mammut protestiert: Bei Karstadt Sport im Einkaufszentrum „Lago“ haben wir Mammut-Artikel mit Etiketten gekennzeichnet, die ein skelettiertes Mammut zeigen. Es trägt die Banderole „mit gefährlicher Chemie“. In weiteren 33 deutschen Städten waren Greenpeacer in derselben Mission unterwegs.

Der Hintergrund der Aktion ist der aktuelle Test von 40 Outdoorprodukten auf umwelt- und gesundheitsschädigende per-und polyfluorierten Chemikalien (PFC). Das von Greenpeace beauftragte Labor fand vor allem in der Ausrüstung von Mammut hohe Konzentrationen: Alle sechs getesteten Produkte enthielten PFC, darunter die krebserregende Perfluoroktansäure (PFOA). In Schuhen mit Gore-Tex steckten 12,73 Mikrogramm pro Quadratmeter (µg/m²) und in einem Rucksack 4,24. Diese Werte liegen weit über dem derzeit in der EU diskutierten und in Norwegen bereits festgelegten Grenzwert von einem Mikrogramm.

Im Unterschied zu 34 anderen Modefirmen weigert sich Mammut, ein Detox-Abkommen mit Greenpeace zu unterzeichnen, das den Verzicht von PFC und anderen gefährlichen Chemikalien vorsieht. Anders reagierte die Outdoormarke Paramo, die bereit ist, mit Greenpeace die Modebranche zu entgiften. Mit seiner Weigerung, Verantwortung für die eigene Produktion zu übernehmen, schädigt Mammut nachhaltig die Natur. Denn PFC verbreiten sich in der Umwelt und verbleiben dort, da sie nur schwer oder gar nicht abbaubar sind. Sie lassen sich überall nachweisen: in Eisbären am Nordpol, Pinguinen am Südpol und in menschlicher Muttermilch.

Wir sagen: Zwischen Mammut und der Natur stimmt die Chemie nicht! Es werden hochgerüstete Textilien angeboten, die ein Taucher, Feuerwehrmann oder Astronaut benötigt, aber kein normaler Wanderer. Tatsächlich tragen mittlerweile viele Menschen Outdoorkleidung, die übers Ziel hinausschießt. Und damit diese Kleidung besonders schmutz- und wasserabweisend ist, setzt die Branche PFC ein. Dabei zeigen neben Paramo auch andere Anbieter, dass eine Produktion ohne gefährliche Chemikalien möglich ist - und sie trotzdem Kleidung hervorbringt, die im Alltag warm und trocken hält. 

Hier können Sie Hersteller von Outdoorprodukten auffordern, PFC aus der Produktion zu verbannen: Schicken Sie The North Face und Mammut eine Protestmail.

 

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