Lidl im Visier

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Am Mittwoch, 11. Oktober, waren wir erneut mit einem großen Banner bei Lidl in Radolfzell. Wir haben die Passanten über Billigfleisch aufgeklärt, Unterschriften gegen Massentierhaltung gesammelt und viele Gespräche geführt.

Der Hintergrund: Lidl lockt Kunden mit billigen Fleischprodukten in seine Filialen. Der niedrige Preis hat massive Auswirkungen auf die Produktionsstandards, da die Bauern dann weniger Geld für die Mast der Tiere zur Verfügung haben. Um öffentlichen Angriffen entgegenzuwirken, finanziert der Einzelhandel inzwischen zwar die Brancheninitiative „Initiative Tierwohl“ für einen Teil der Produktion. Doch das Geld, das er dafür zahlt, und die zu schwachen Kriterien reichen nicht aus, um die Bedingungen für die Tiere durchgreifend zu verändern. Verbraucher können auch weiterhin nicht erkennen, aus welcher Tierhaltung die Produkte stammen.

Mit einem Rechtsgutachten hat Greenpeace kürzlich belegt, dass die konventionelle Schweinehaltung gegen das Tierschutzgesetz und die Verfassung verstößt. Auch die vom Einzelhandel unterstützte „Initiative Tierwohl“, mit dessen Logo Lidl seine Fleischprodukte bewirbt, entspricht nicht dem Tierschutzgesetz. Doch eine Klage, die die Politik endlich zu Maßnahmen gegen das Tierleid zwingen könnte, ist für Einzelpersonen oder Organisationen wie Greenpeace rechtlich nicht möglich. Nur die Bundesländer haben die Möglichkeit, über eine Normenkontrollklage die Haltungsbedingungen vom Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen. Der Berliner Senat hat inzwischen angekündigt, das tun zu wollen – auf Grundlage des Rechtsgutachtens von Greenpeace.

Wir fordern, dass Lidl den Verkauf von Fleisch aus rechtswidriger und tierquälerischer Haltung stoppt. Der Discounter kann jetzt zum Vorreiter für bessere Tierhaltung werden – oder er lässt Schweine weiterhin für sein Billigfleisch leiden. Lidl hat die Wahl. Sie wollen auch kein Fleisch aus Massentierhaltung? Dann schicken Sie Lidl eine Protestmail: www.greenpeace.de/lidl-hat-die-wahl