Hilferuf aus dem Meer

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An diesem Wochenende, 8. und 9. Juli, waren wir mit einem Infostand zum Thema "Plastik im Meer" in der Halle Petershausen in Konstanz. Die Musik-Insel Wollmatingen führte dort ihr Musikstück "Der achte Kontinent - Hilferuf aus dem Meer" auf. Unter der Leitung der Inhaberin Nadja Adam hatten 14 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren das Musical selbst geschrieben, als Thema hatten sie die Meeresverschmutzung gewählt. Die meisten der 120 Akteure waren Kinder. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache und beeindruckten mit insgesamt sechs schönen Liedern und einer fantasievollen, aber auch erstaunlich faktenreiche Geschichte - mit einer klaren Botschaft: Wenn unser blauer Planet überleben soll, müssen wir Menschen umdenken!

Vor den Aufführungen und in den Pausen vergnügten sich die Kinder mit unserem Angelspiel: Mittels magnetischer Angeln konnten sie Pappfische im "Meer" erbeuten. Leider waren die meisten, etwa der Rotbarsch oder die Makrele, nicht zum Verzehr geeignet, wie die rote Markierung an ihrer Unterseite verriet. Die besagt, dass diese Fischarten schon überfischt sind und deshalb nicht mehr gegessen werden sollten. Zum Erstaunen auch der Eltern blieben nur sehr wenige Fische übrig, die mit gutem Gewissen gegessen werden können, beispielsweise der Karpfen. Sehr häufig hatten die Kinder allerdings Plastikmüll statt Fische an der Angel. Überrascht waren sie jedoch nicht, denn während der Musical-Vorbereitungen hatten sie ja schon gelernt, dass viel zu viel Plastik im Meer herumschwimmt, das die Fische und letztlich auch die Menschen krank macht.

Fest und flüssig, gel- und wachsartig oder als Schwebstoffe in Flüssigkeit - Plastik gelangt in erstaunlich vielen Erscheinungsformen ins heimische Badezimmer. Etliche Kosmetik- und Körperpflegeprodukte sind mit Kunststoffen angereichert; sie dienen als Schleifmittel oder verbessern Glanz und Konsistenz. Häufig sind sie zu klein, um von Kläranlagen herausgefiltert zu werden. Schon einmal duschen kann bis zu 100.000 Plastikteilchen ins Abwassersystem spülen. Über den Abfluss gelangt das Plastik also ins Meer und wird dort zum Problem, zumal die winzigen Teilchen wie ein Schwamm Giftstoffe aufsaugen. Können die  Kunden einen Wandel bei den Herstellern erzwingen, indem sie ausschließlich plastikfreie Produkte kaufen? Das ist schwierig: In Peelingprodukten etwa lässt sich Plastik in Form kleiner Kügelchen gut erkennen, häufig ist es jedoch versteckt und nur durch genaues Studium der Inhaltsstoffe auf der Packung zu entdecken. Und selbst dann muss man wissen, welche Art von Chemie sich hinter Begriffen wie Acrylates/C10-30, Alkyl Acrylate Crosspolymer oder PEG/PPG-17/18-Dimethicone verbirgt.

Einmal ins Meer gelangt, lassen sich diese Kunststoffe praktisch nicht wieder entfernen. Fische fressen die mit Umweltgiften belasteten Partikel, so gelangt der Kunststoff in die Nahrungskette. Ein Greenpeace-Report aus dem vergangenen Jahr belegt, dass Speisefische und Meeresfrüchte schon zu einem erheblichen Teil belastet sind. In der Nord- und Ostsee zum Beispiel weisen fast sechs Prozent der untersuchten Fische Plastikrückstände auf. Einem kompletten Verzicht auf Kunststoffe in ihren Produkten weicht die konventionelle Kosmetikindustrie jedoch aus. Umweltministerin Barbara Hendricks muss deshalb feste und flüssige Kunststoffe in Produkten verbieten, die täglich ins Abwasser gelangen!

Zertifizierte Naturkosmetik ist übrigens garantiert frei von Kunststoff! Erkennbar ist sie an Siegeln wie BDIH, Ecocert und Natrue, die allesamt für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur stehen.

>>> Unterschreiben Sie unsere Petition an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie können die Politik davon überzeugen, künftig auf schädliches Plastik in Kosmetik zu verzichten!

 

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