Erneut Protest vor Lidl

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Am heutigen Samstag demonstrierten Hunderte Greenpeace-Ehrenamtliche vor Lidl-Filialen in 50 Städten für eine bessere Tierhaltung in der Fleischproduktion. In Radolfzell standen wir ab 13 Uhr mit einem großen Fotobanner vor der Discounter-Filiale in der Böhringer Straße und informierten über die schockierenden Zustände in riesigen Mastanlagen für Billigfleisch. Mit einem Rechtsgutachten hat Greenpeace kürzlich belegt, dass die konventionelle Schweinehaltung gegen das Tierschutzgesetz und die Verfassung verstößt. Auch die vom Einzelhandel unterstützte „Initiative Tierwohl“, mit dessen Logo Lidl seine Fleischprodukte bewirbt, entspricht nicht dem Tierschutzgesetz.

In einem öffentlichen Positionspapier erklärte Lidl zwar, auf bessere Haltungsbedingungen zu achten. Die Tiere brauchen jedoch frisches Wasser und gesundes Futter, sie sollten keine Schmerzen erleiden müssen und stress- und angstfrei leben können. Die Realität sieht oft anders aus: Die Schweine leben häufig in extremer Enge, auf nacktem Spaltenboden und im eigenen Kot. Ihnen werden die Ringelschwänze betäubungslos gekürzt. Es gibt kaum Tageslicht, keine frische Luft und keine Möglichkeiten zu wühlen und zu spielen. Das führt oftmals zu Krankheiten, Verletzungen und Verhaltensstörungen.

Lidl lockt Kunden mit billigen Fleischprodukten in seine Filialen. Der niedrige Preis hat massive Auswirkungen auf die Produktionsstandards, da die Bauern dann weniger Geld für die Mast der Tiere zur Verfügung haben. Um öffentlichen Angriffen entgegenzuwirken, finanziert der Einzelhandel inzwischen zwar die Brancheninitiative „Initiative Tierwohl“ für einen Teil der Produktion. Doch das Geld, das er dafür zahlt, und die zu schwachen Kriterien reichen nicht aus, um die Bedingungen für die Tiere durchgreifend zu verändern. Verbraucher können auch weiterhin nicht erkennen, aus welcher Tierhaltung die Produkte stammen.

Wir fordern, dass Lidl den Verkauf von Fleisch aus rechtswidriger und tierquälerischer Haltung stoppt. Der Discounter kann jetzt zum Vorreiter für bessere Tierhaltung werden – oder er lässt Schweine weiterhin für sein Billigfleisch leiden. Lidl hat die Wahl. Sie wollen auch kein Fleisch aus Massentierhaltung? Dann schicken Sie Lidl eine Protestmail: www.greenpeace.de/lidl-hat-die-wahl

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